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Schmalkalden
Mehr als die Hälfte der neuen Jobs ist befristet PDF Drucken E-Mail

Suhl/Erfurt - Nicht nur die Wirtschaft vermeldet derzeit eine Erfolgsmeldung nach der anderen: steigende Umsätze, deutlich mehr Aufträge und die Bereitschaft zu Investitionen. Auch auf den Arbeitsmarkt schlägt sich der rasante Neustart nach der Wirtschaftskrise nieder. So hatten in Südthüringen im vergangenen Jahr zum Beispiel geringqualifizierte Arbeitslose überdurchschnittlich gut Chancen, wieder einen Arbeitsplatz zu finden, wie Wolfgang Gold, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Suhl, berichtet. So ging die Zahl der Arbeitslosen ohne Berufsabschluss im vergangenen Jahr von 3879 auf 2976 zurück. Der Rückgang um mehr als 23 Prozent liege deutlich über dem Landesdurchschnitt von 17,5 Prozent und auch über dem der Landesarbeitsagentur, die auch noch Sachsen-Anhalt umfasst. In beiden Bundesländern gemeinsam betrug das Minus 14,8 Prozent.

Qualifikation soll helfen

Laut Gold fanden 626 Langzeitarbeitslose ohne Berufsabschluss einen neuen Arbeitsplatz, hinzu kommen 276 Personen, die kürzer als ein Jahr arbeitslos waren. Gold sieht in den Zahlen allerdings noch keinen Grund zum Feiern. "Diese Entwicklung muss fortgeführt werden", sagt er. Helfen soll dabei zum Beispiel die gezielte Qualifikation. Doch die Vermittlungserfolge haben auch Schattenseiten. So entstehen mehr als zwölf Prozent der neuen Arbeitsplätze in Thüringen in der Zeitarbeit, wie Kay Senius, Chef der Regionaldirektion für Arbeit in Halle, kürzlich in Erfurt berichtete. Gesundheitsberufe und die Industrie folgen mit einem Anteil von vier Prozent und 2,5 Prozent an den neu geschaffenen Arbeitsplätzen erst mit deutlichem Abstand.

Erfurt bei Leiharbeit vorn

Bedenklich ist laut Senius zudem die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der neu geschaffenen Arbeitsplätze zeitlich befristet sei. In Zeiten des Fachkräftemangels und in denen noch immer Fachkräfte aus Thüringen abwandern, seien das keine Bedingungen, um Menschen an den Freistaat zu binden, sagte Senius und forderte die Unternehmen zum Umdenken auf. Er verwies auf das ohnehin sinkende Potenzial an Arbeitnehmern in Thüringen, das schon allein durch den Geburtenknick schrumpfe. Fachkräfte suchten neben einer spannenden Aufgabe und guten Aufstiegschancen eben vor allem die Sicherheit eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses und einer guten Bezahlung.

Bei der Zeitarbeit nimmt die Stadt Erfurt nach Angaben der Regionaldirektion eine bundesweite Spitzenposition ein. Nur in Hamburg und München werden - in absoluten Zahlen betrachtet - noch mehr Menschen in Leiharbeit vermittelt.

Quelle: Freies Wort - Jolf Schneider

 
Motiviert bis in die Tafelspitzen PDF Drucken E-Mail

Die künftigen Eigentümer des Henneberger Hauses strotzen vor Elan. Am Mittwoch nahmen sie sich Zeit für einen Besuch in ihrer neuen Heimatstadt und für ein Gespräch mit der Heimatzeitung.

Schmalkalden - Marcel Schienemann und seine Lebenspartnerin Stefanie Gerber waren noch keine fünf Minuten in ihrem künftigen Hotel, als ein älterer Herr an die Tür klopfte. "Der Mann strahlte über das ganze Gesicht und wünschte uns viel Erfolg", erzählt der 32-Jährige. Durch Hörensagen und erste persönliche Kontakte sei ihm sehr wohl bekannt, dass die Schmalkalder aufgeschlossen und gastfreundlich sind, aber die Begeisterung und das große Interesse habe ihn schon überrascht.

Der Geschäftsmann, der seit neun Jahren als Selbstständiger in der Hotel- und Gastronomiebranche arbeitet, ist akurat gekleidet. Bereitwillig beantwortet er alle Fragen. Er weiß, dass sein Engagement in Schmalkalden von vielen Seiten interessiert verfolgt und beäugt wird. Schienemanns Blick schweift durch den Wintergarten. Wenn es nicht so kalt wäre, könnte man den Eindruck gewinnen, dass der letzte Gast erst vor wenigen Stunden die Gaststube verlassen hat. In der geräumigen Lobby - "einfach traumhaft" - erinnern lediglich Kataloge und Prospekte an den zweijährigen Leerstand. Dass das Gebäude nicht verkommen oder zerstört worden ist, ist vor allem Hausmeister Heinrich zu verdanken. Seit mehr als zehn Jahren steht der Grumbacher im Dienst des DRK Weimar. In den vergangenen zwei Jahren bewachte er das Hotel wie seinen Augapfel. Trotzdem gelang es Langfingern, das eine oder andere zu stibitzen, wie Kupfer vom Dach oder die gusseisernen Fußabtreter.

Seit er mit seiner Lebenspartnerin beschlossen hat, das Objekt zu kaufen und zu einem Vier-Sterne-Hotel herauszuputzen, schmiedet das Paar Pläne. "Es war Liebe auf den ersten Blick", erinnern sie sich an ihren ersten Besuch. Nicht nur das Haus habe sie begeistert und die Möglichkeiten, die es bietet. Die Landschaft sei traumhaft, schwärmt Stefanie Gerbert, 27 Jahre jung.

Zweieinhalb Jahre war das Paar auf der Suche nach einem passenden Objekt. Das Angebot des Hotel- und Gaststättenverbandes kam wie gerufen. Spätestens im März sollen alle Verträge unterzeichnet sein. Über den Kaufpreis haben Schienemann und das DRK Weimar, seit 1997 Eigentümer des Hotels, Stillschweigen vereinbart. Investieren will er insgesamt 1,8 Millionen Euro. Diese fließen vor allem in den Umweltschutz, sagt der Jungunternehmer. So plant er den Bau einer biologischen Kläranlage und eines Blockheizwerkes. Aber auch die Räume und die Hotelzimmer, 49 an der Zahl, werden renoviert, der Aktiv- und Wellnessbereich modernisiert und erweitert. Das neben dem Hotel stehende Wohnhaus soll zu einem Ferienhaus umgebaut werden. "Wir bereiten die Sanierung bereits vor", sagt der junge Nann. Service und Qualität - darauf legen der Hotelier und die Restaurantfachfrau allergrößten Wert.

Immerhin wollen beide mit vier Sternen werben und um diese zu bekommen, müssen entsprechend des Zertifizierungskatalogs bestimmte Kriterien erfüllt sein. Die hohen Ansprüche, die sie an sich selbst stellen, erwarten sie auch vom künftigen Personal. Mit 19 Fachkräften werden Schienemann und Gerber im Herbst dieses Jahres starten und sie wollen junge Leute selbst ausbilden.

Klar getrennt sind auch die Aufgabenbereiche: Der Mann übernimmt die Vermarktung des Hotels. Der neue Name ist noch geheim. Die Frau kümmert sich um die Restaurants. Zwei soll es geben, eine Gaststube "Henneberger Haus" mit einem eher rustikalen Charakter und ein Restaurant für gehobenere Ansprüche.

Quelle: Freies Wort - Susann Schönewald

 
Star am Schmalkalder Tourismushimmel PDF Drucken E-Mail

Einfach erstklassig: Zwei Ferienwohnungen im Wirtshaus "Ehrental" dürfen sich ab sofort mit fünf Sternen schmücken.

Schmalkalden - Für die Gäste nur das Beste: Wer in den beiden Ehrentaler Ferienwohnungen von Kati und Ralf Schippel ab jetzt seinen Urlaub verbringt, bekommt nur das Allerbeste. Beide Domizile erhielten zum Jahresanfang entsprechend den Klassifizierungsrichtlinien des Deutschen Tourismus-Verbandes (DTV) fünf Sterne. Der DTV mit Sitz in Frankfurt war 1902 als Bund Deutscher Verkehrsvereine" gegründet worden.

Freude riesengroß

Verständlich, dass die Freude beim Gastgeberehepaar Kati und Matthias Schippel riesengroß war. "Mit vier Sternen waren die zwei Wohnungen bereits in den Katalogen eingetragen", informierte Tourismusfachfrau Marina Heldt. Neu hinzu gekommene Spülmaschine und Tresor ließen die beiden Ferienobjekte jetzt in die Erstklassigkeit aufsteigen. Wobei die Anforderungen des Deutschen Tourismus-Verbandes in puncto Fünf-Sterne-Wertung kein Pappenstiel sind. Es gibt rund zehn Bemessungskriterien von A wie Aussicht bis Z wie Zufahrt. Der Bewertungsmaßstab wird in regelmäßigen Abständen weiterentwickelt.

Außer einer erstklassigen Gesamtausstattung mit besonderen Zusatzleistungen im Servicebereich wird auf eine herausragende Infrastruktur des Objektes geachtet. Zudem spielt dessen großzügige Ausstattung in besonderer Qualität eine Rolle. Und auch auf einen sehr gepflegten und exklusiven Gesamteindruck, der allen technischen Komfort einschließt, kommt es an. Ein letztes Kriterium ist der Erhaltungs- und Pflegezustand, der selbstverständlich sehr gut sein sollte. Die beiden Ferienunterkünfte der Familie Schippel entsprechen diesen Richtlinien.

"Unsere Gäste schätzen besonders die großzügige Raumaufteilung und das große Badezimmer", berichtete Chefin Kati Schippel aus Erfahrung. Beide Objekte werden schon seit zehn Jahren vermietet und erfreuen sich bei den Gästen immer großer Beliebtheit.

Von Mai bis Oktober sind sie regelmäßig ausgebucht. Die Schippels können sich dabei auf etliche Stammgäste verlassen. "Die Sterneeinstufung ist für den Gast nicht zuletzt eine wichtige Orientierungshilfe", sagt der Leiter der Schmalkalder Tourimusinformation, Ralf Liebaug. Marina Heldt, Geschäftsführerin des Schmalkalder Vereins für Tourismus, schätzt an den Ferienwohnungen im Ehrental die gute Kombination zum benachbarten Wirtshaus.

"Historisches aus der Gaststube ist auch in den Ferienunterkünften wieder zu finden", meint sie. 2004 schloss ihr Verein mit dem DTV einen Lizenzvertrag ab. Danach sind Marina Heldt und ihre Kollegin Marlene Endter befähigt, Qualitätsmanagementsprüfungen in privaten Ferienwohnungen bis zu acht Betten über den Verein durchzuführen. Freilich geschieht dies nur auf Wunsch der Vermieter. Von den 60 Gastgebern in Schmalkalden konnte der Verein bereits 43 als Vertragspartner zur Klassifizierung ihrer Ferienunterkünfte gewinnen.

Zumeist drei Sterne

Die Einstufung erfolgt für drei Jahre, vergeben werden zwei bis fünf Sterne. Der Hauptanteil in Schmalkalden liegt bei drei Sternen - die konnten schon an 22 Ferienhäuser/Ferienwohnungen und zwei Gästezimmer vergeben werden. Weiter gibt es in der Lutherstadt zwölf Unterkünfte, die mit vier Sternen bewertet wurden.

Die beiden Ehrental-Ferienwohnungen zählen also zu den ganz wenigen, die fünf Sterne ihr Eigen nennen dürfen. "Derartige Unterkünfte sind nicht zuletzt Aushängeschilder für Schmalkalden", so Liebaug. Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen gibt es nur drei an der Zahl. Außer den zwei Ferienwohnungen im Ehrental schmückt sich gegenwärtig noch das "Haus Juchheim" in Viernau mit fünf Sternen. In ganz Thüringen gibt es 30 Objekte, die eine Qualität von fünf Sternen aufweisen.

Quelle: Freies Wort: Annett Recknagel

 


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